Innovation im Fokus: Präzision, die Form annimmt
Carina Schiefersteiner ist als Formenbauerin dafür verantwortlich, perfekte Formen zu fertigen, damit in der Spritzguss-Abteilung hochkomplexe Materialien zu einer Brille gegossen werden können. Bereits seit der Unternehmensgründung im Jahr 1964 stellt ein präzise arbeitendes Team Formen und Werkzeuge in einzigartiger Qualität her, die weltweit so nicht zu kaufen sind.
Carina, welche Aufgaben füllen deinen Tag?
Mein Schwerpunkt im Formenbau liegt bei Spritzgussformen – egal ob für Silhouette, evil eye oder NEUBAU. Das heißt, ich beschäftige mich mit Bohren, Schleifen, Fräsen und dem Tuschieren der Formen, damit aus Rohmaterial millimetergenaue Präzision entsteht. Wir bekommen die Formzeichnungen, dann werden die Teile in der mechanischen Fertigung gefräst und erodiert. Bei uns folgen die Fräs-, Schleif- und Abstimmarbeiten, bis die Form vollständig fertig ist und der Spritzguss-Abteilung übergeben werden kann. Die Konstruktion liefert die Zeichnungen, auf deren Basis wir die Formen umsetzen. Wir arbeiten immer an mehreren Formen gleichzeitig, zusätzlich kommen Wartungen und Reparaturen von bestehenden Formen hinzu.
Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?
Mich begeistert das präzise, handwerkliche Arbeiten und dass man dabei sehr genau sein muss. Ich wusste lange nicht, was ich beruflich machen möchte, aber dass es etwas Technisches mit den Händen sein soll, war mir klar. Es ist viel Fingerspitzengefühl und Ruhe notwendig, um die Form für den Spritzguss vorzubereiten. Es zählt jedes Detail und genau das mag ich an meinem Job.
Wie hat dein Weg in der Silhouette Group begonnen?
Im September 2011 habe ich die Doppellehre Werkzeugbautechnik und Kunststoffformgebung gestartet, meinen Beruf also von Grund auf gelernt. Die Lehre dauert vier Jahre, ich war von Anfang an in der Abteilung Formenbau eingebunden. Nach zwölf Jahren war ich die erste Frau im technischen Bereich – das war aber nie Thema, wir sind ein eingespieltes Team. In der Lehre habe ich unglaublich viel gelernt und konnte auch durch viele Abteilungen rotieren. Später habe ich eine Zusatzausbildung im Drahterodieren absolviert und 2020 meinen Werkmeister in der Abendschule abgeschlossen. Wer will, kann sich im Unternehmen auf jeden Fall weiterentwickeln.
Im Formenbau ist viel Fingerspitzengefühl und Ruhe notwendig, um die Form für den Spritzguss vorzubereiten.
Stehst du hin und wieder vor Herausforderungen?
Innerhalb des Teams nicht. Aus einigen Kolleg:innen sind mittlerweile echte Freunde geworden. Wir kommunizieren ehrlich miteinander und unterstützen uns gegenseitig. Die Bearbeitung der Formen selbst ist immer wieder eine Herausforderung. Die Modelle von Silhouette zeichnen sich durch ihr minimalistisches Design aus – für mich und meine Kolleg:innen heißt das: Wir haben es in der Umsetzung mit extrem dünnwandigen Formen zu tun. Hier zählt jeder Mikrometer. Unsere evil eye Sportbrillen wiederum bestehen aus vielen Kleinteilen, die Funktionalität ist besonders wichtig. Ich bin jederzeit offen für Neues und freue mich, wenn ein herausforderndes Teil ansteht. Im richtigen Umfeld fühlt sich das dennoch einfach an.