Innovation im Fokus: 3D-gedrucktes Titan prägt die Zukunft der Brille
Seit mehr als fünf Jahren leitet Hannes Pfeffer im Kompetenzzentrum Neumodelle der Silhouette Group ein spezialisiertes Team, das neue Modelle technisch zur Serienreife bringt. In seiner Funktion lebt er Innovation Tag für Tag. Zuletzt gewann er als Projektleiter bei der Einführung des Prozesses von 3D gedrucktem Titan tiefgreifendes Know-How über die Verarbeitung von Titan.
Hannes, welche Aufgaben übernimmst du bei uns im Unternehmen?
Wir sind der Bereich, der unsere Brillen zum Leben erweckt. Unsere Verantwortung liegt in der Herstellung der Serienreife für den Produktionsprozess. Nachdem wir den Prototypen aus dem Design erhalten, wägen wir ab, ob die Brille serientauglich ist. Dann geht es los: Wie sind unsere Konstruktionszeichnungen aufzubauen? Welches Werkzeug muss für das Modell hergestellt werden? Der Prozess für die Herstellung einer Brille ist sehr umfangreich. Wir stellen sicher, dass die einzelnen Bauteile der Brille 1:1 in der Serie gefertigt werden können. Mein Spezialgebiet ist der Metallbereich, da haben wir zuletzt den 3D Druck von Titan eingeführt.
Wie gestaltete sich die Einführung von 3D Druck Titan? Erzähl uns davon!
Ich war Projektleiter. Aufgrund meiner bisherigen Berufserfahrung in der Abteilung Forschung und Entwicklung – hier war ich 15 Jahre lang tätig – ist das Material Titan und die Verarbeitung davon mein Steckenpferd. Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage begann für uns eine intensive Lernphase, in der es zunächst nicht um Produktion, sondern um tiefes Technologieverständnis ging. Aktuell gibt es drei Menschen im Unternehmen, die diese hochkomplexe Technologie beherrschen. Die Verarbeitung von Titanstaub, der mittels Laser verschmolzen wird, erfordert ein umfassendes Sicherheitsprozedere, da das Ausgangsmaterial bei der Atmung sowie bei Hautkontakt gesundheitliche Risiken birgt. Gearbeitet wird ausschließlich mit Atemschutzgerät und Schutzanzug, der Raum darf nicht anders betreten werden.
Was haben wir durch die Einführung des Prozesses gelernt?
Das aufgebaute Know-how eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten in der Verarbeitung und Weiterentwicklung von Titan. Das besondere an diesem Prozess, ist die Nachbehandlung der gedruckten Teile – ganz im Unterschied zum 3D Druck von Kunststoff. Die gedruckten Titanteile sind an eine Substratplatte gebunden, die abzulösen sind. Der nachgelagerte Prozess verlangt die gleiche Zeit, wie der Druck selbst. Die Druckzeit beträgt zwischen 8 und 10 Stunden.
Titanstaub wird mittels Laser verschmolzen. Gearbeitet wird dabei ausschließlich mit Atemschutzgerät und Schutzanzug.
In welchen Modellen findet der 3D Druck aus Titan seine Anwendung?
Die Druckzeit und die Nachbehandlung sind zeitintensiv, Brillen aus 3D gedrucktem Titan somit hochexklusiv. Aktuell haben wir in der Atelier Next Kollektion von Silhouette ein Modell mit dieser Technologie im Sortiment. Damit zeigen wir unser Können. Pro Tag ist der Druck von 20 Brillen möglich, die Kollektion ist auf 500 Stück limitiert. Mit dem Modell „La Futuriste“ setzen wir ein klares Statement für technologische Exzellenz und kompromisslose Designinnovation.
Was zeichnet dich persönlich aus?
Mein enormer Entwicklergeist. Ich arbeite lösungsorientiert, hochpräzise und kümmere mich um alle Anliegen, die auf mich zugetragen werden. Ich erkenne immer mehr, dass das kein Job für mich ist, sondern meine wahre Leidenschaft. Ich hege eine große Liebe zu Details und die Herausforderung ein neues Modell zu kreieren, spornt mich an. 3D-gedrucktes Titan ist weit mehr als ein technologischer Meilenstein. Es eröffnet uns neue Möglichkeiten in Präzision, Design und Exklusivität. Damit haben wir etwas ganz Großes gestartet.